Achtsamkeitswanderung – Wie du Wandern mit Waldbaden kombinieren kannst, um deine Gesundheit zu fördern

Achtsamkeitswanderung - Wandern mit Waldbaden kombinieren

“Bei der Achtsamkeitswanderung geht es nicht ums Ankommen, sondern um dein Wohlbefinden sowie das Wahrnehmen der Natur und dir selbst.”

 Genauso wie ein normaler Familienspaziergang im Wald nicht gleich Waldbaden ist, muss auch eine Bergwanderung nicht automatisch die Effekte von Waldbaden mit sich bringen. Häufig wandern wir mit Scheuklappen, den Gipfel klar vor Augen und nehmen dabei den Weg und die Umgebung gar nicht wahr. Wenn wir unsere Sinne nicht bewusst aktivieren, befinden wir uns nicht im Hier und Jetzt.

Wir sind mit den Gedanken beim Ziel, fokussieren uns auf die sportliche Herausforderung und grübeln über Alltagssorgen oder Zukunftspläne. Dem Körper wird Stress signalisiert und es werden, trotz des Wanderurlaubs, krankmachende Stresshormone ausgeschüttet.

In diesem Artikel erfährst du, wieso Wandern und Waldbaden sich unterscheiden, was die gesundheitsfördernden Vorteile von achtsamen Wanderungen sind und was du tun kannst, um deine Wanderung zur Achtsamkeitswanderung zu gestalten.

Achtsamkeitswanderung - Wandern mit Waldbaden kombinieren

Der ausschlaggebende Unterschied zwischen Wandern und Waldbaden 

Oft steht bei einer Wanderung das Ziel im Fokus. Unser Blick ist auf den Gipfel gerichtet und wir sind darauf fokussiert, ihn aus eigener Kraft zu erreichen. Wir beißen die Zähne zusammen, halten den Blick auf die Uhr gerichtet und jeder überholte Wanderer löst ein überlegenes Glücksgefühl in uns aus. ”Ich muss das Gipfelkreuz erreichen und basta!” Und wenn ich dann oben stehe, ja dann darf ich durchatmen, den Ausblick und die Weite bewundern, die Stille genießen und mich frei und lebendig fühlen.

Es ist wie eine Erlaubnis, nun den Atem anhalten zu dürfen, den Blick wahrzunehmen, in den Körper zu spüren. Und dann heißt es schnell runter. In einem Rutsch den Weg zurück. Eventuell mit dem Kopf schon wieder bei der Arbeit oder der persönlichen Wander-Rekordzeit, bis es endlich “geschafft” ist.

Nicht jeder Wanderer ist so, aber ich habe viele angetroffen, die nur das Gipfel-Ziel vor Augen hatten und auch ich bin so mit dem Wandern gestartet. Aber ich habe nichts um mich herum wahrgenommen. Die Natur. Die Weite. Der Blick. Die Bäume. Den Weg. Anstatt die Natur und mich wahrzunehmen, habe ich lediglich Sport getrieben.

Das wurde mir bewusst, als mein Mann mich am Abend fragte, wie der Weg dorthin war. Und na ja, ich konnte gar nichts darüber berichten. Als mir das bewusst wurde, war ich traurig, weil ich genau wie bei der Arbeit, nur auf das Ziel fokussiert war. Ich wanderte mit Scheuklappen.

Da kam mir der Gedanke in den Sinn, dass anstatt des Ziels eher der Weg das aufregende und schöne ist. Das der Weg die Wanderung ausmacht und das Erreichen des Gipfelkreuzes nur der Höhepunkt von der Naturreise ist. Daraufhin befasste ich mich mit Waldbaden und baute damit meine Wanderung zu Achtsamkeitswanderung aus.

Achtsamkeitswanderung - Wandern mit Waldbaden kombinieren

Warum ist eine Achtsamkeitswanderung gesünder und erholender?

Bei einer Achtsamkeitswanderung baust du Elemente des Waldbadens ein. Damit verbindest du die nachgewiesenen gesundheitlichen Effekte des Waldbadens mit dem Wandern. Mit Wald-Achtsamkeitsübungen richtest du deine Aufmerksamkeit auf die Natur und auf deine Körperwahrnehmung. Dadurch verhinderst du, dass du beim Wandern grübelst oder über Probleme und Konflikte nachdenkst.

Denn für dein Gehirn ist es egal, ob die Situation gerade tatsächlich passiert oder du nur darüber grübelst oder nachdenkst. Die Situation ist für das Gehirn immer „echt“ und passiert genau jetzt. Deswegen schüttet dein Körper auch beim Grübeln das Stresshormon „Cortisol“ aus und aktiviert den Sympathikus.

Damit setzt das Gehirn den Körper auf Verteidigungsmodus und mit dem entzündungshemmenden Cortisol auf ein längerfristiges Überleben. Dies ist für den Körper sehr anstrengend, auslaugend und führt bei dauerhaftem Zustand zu Erkrankungen.

Nur einfach Wandern bringt dir daher keine Erholung. Das entscheidende ist, mit deinem Kopf im Hier und Jetzt zu sein, die Natur und dich wahrzunehmen. Dann ist der Parasymapthikus aktiv, der die Regenerierungsprozesse des Körpers steuert. Die Ausschüttung des Cortisol wird gestoppt. Der Körper kann sich erholen und sogar von stressbedingten Krankheiten heilen.

Mithilfe der Wald-Achtsamkeitsübungen schulst du die Wahrnehmung für deinen Körper und insbesondere für dein Wohlbefinden. Du erkennst deine Bedürfnisse, also was dir jetzt gerade richtig gut tut, sowie auch deine Grenzen.

Das Umfeld „Wald“ spielt bei der Erholung eine besondere Rolle.

Der Wald bietet an sich bereits den gesündesten Erholungsort für dich. Das Grün lädt deine Augen und deine Psyche zum Verweilen und Erholen ein. Hier willst du bleiben unter dem grünen und schützenden Blätterdach. Ganz leicht bewegen sich die Blätter und vereinzelt wärmen Lichtstrahlen von der Sonne dein Gesicht.

Dabei Rauschen die Blätter ganz leise. So leise, wie du es sonst nicht mehr gewohnt bist. Leiser als deine eigene Stimme. Ein Flüstern der Natur, dem deine Ohren liebevoll lauschen. Diese Waldruhe wird zu deiner inneren Ruhe. Dein Atem wird ruhiger und dein Herz schlägt langsamer.

Deine Nase nimmt den leicht erdigen Geruch wahr. Du schließt die Augen, riechst und lässt alles los. Eventuell huscht ein Lächeln auf deine Lippen. Jedes Gehirn, auch deins, liebt diesen typischen Waidgeruch – den Duft der Geosmine. Denn wenn du Geosmine riechst, schüttet dein Gehirn automatisch das Glückshormon “Serotonin” aus. Du fühlst dich wohler und ausgeglichener. Deine innere Ruhe nimmt zu.

In der Luft liegt nicht nur dieser wohltuende Geruch, sondern schwirren auch die gesundheitsfördernde Terpene und Phytonzide. Diese aktivieren und stimulieren nachweislich unser Immunsystem. Verweilst du in deiner Ruhe, kann dein Körper mehr Terpene und Phytonzide aufnehmen.

In diesen erholenden Momenten ist der Parasympathikus aktiv, der für die Regenerierungsprozesse des Körpers verantwortlich ist. Der Körper kann durchatmen, loslassen und fokussiert seine Tätigkeit aufs Heilen. Das ist der passende Augenblick für die stimulierende Wirkung der gesundheitsfördernde Terpene und Phytonzide.

Durch das bewusste Eintauchen in die Wald-Atmosphäre förderst du deine Gesundheit mehr, als wenn du nur zielgesteuert mit Scheuklappen zum Gipfelkreuz wanderst.

Achtsamkeitswanderung - Wandern mit Waldbaden kombinieren

Meine Tipps, wie du deine Wanderung zu einer Achtsamkeitswanderung gestalten kannst:

  1. Bewusster, zielloser Rundumblick

Richte deinen Blick nicht nur nach oben oder unten sondern zu allen Seiten. Verändere zwischen deinen Schritten deine Blickrichtung auch nach links oder rechts. Fokussiere deinen Blick in die unmittelbare Nähe, aber lasse ihn auch in die Ferne schweifen. Suche nicht nach etwas Besonderem, sondern nimm nur wahr, was du siehst und was ganz von selbst in dein Blickfeld gelangt.

  1. Nimm dir Zeit wirklich zu sehen, zu riechen, zu hören…

Nimmt dein Blick etwas Besonderes wahr, dann bleib stehen. Schenke dir die Zeit, um es genauer zu betrachten. Sei es ein Baum, der dort besonders gewachsen ist oder die Farbe einer bunten Blume, die dort blüht. Der Gesang eines Vogels, den du angenehm findest. Erlaube dir, die Zeit zu nehmen. Bleibe stehen. Berühre den Baum. Nimm den Geruch der Blume wahr. Höre mit geschlossenen Augen dem Vogel zu.

Nimm deine Umgebung wahr, die sich von Höhenmeter zu Höhenmeter immer ein wenig verändert. Mehr und mehr stehen Nadelbäume um dich herum und doch findest du vereinzelten Bergahorn oder eine Buche. Der Vogelgesang wird weniger. Eventuell nimmst du die Bewegung einer Steingeiß mit ihrem Jungtier wahr und darfst sie beobachten. Das war ein ganz besonderer Moment für mich…

  1. Variiere deine Schrittgeschwindigkeit.

Gehe nicht immer das gleiche Tempo. Entscheide dich bewusst zwischendurch ein paar Schritte langsamer zu gehen. Den Fuß bewusst aufzusetzen, abzurollen und das andere Bein hochzuheben. Nimm wahr, wie sich deine Stabilität verändert. Nimm wahr, wie dein Körper auf den unebenen Untergrund reagiert. Variierst du die Schrittgeschwindigkeit, veränderst du die Wahrnehmung deiner Umwelt. Gehst du langsamer, kannst du mit deinen Sinnen intensiver deine Umgebung wahrnehmen.

Durch das langsamer Gehen reduziert sich das Unfallrisiko und dein Körper ist nicht in so einer hohen Alarmbereitschaft, um zu reagieren. Damit kannst du, während du stetig weitergehst, mit deinen Sinnen tiefer in den Wald eintauchen. Du wirst verbundener mit dem Wald und durchschreitest ihn bewusster.

  1. Nimm wahr, wie es dir geht.

Ob du weitergehen möchtest oder nicht. Ob sich heute das Wandern gut anfühlt oder nicht. Unsere Wahrnehmung und Kondition ist tagesabhängig. Manchmal haben wir viel um die Ohren, das unseren Körper schon auslaugt und dann ist eine lange Wanderung eventuell nicht das richtige für ihn.

Machen deine Muskeln heute früher zu als sonst? Das kann passieren, wenn sie in den letzten Tagen stressbedingt zu sehr angespannt waren. Anstatt dich durch zu beißen, was Stress für dich und deinen Körper bedeutet und ein erhöhtes Verletzungsrisiko birgt, gehe zurück. Entscheide dich bewusst, dass es für heute genug ist. Dass du den Weg und die Natur ausgiebig genossen hast und dass du das Gipfelkreuz beim nächsten Mal erreichst. Nimm die tagesabhängige Grenze deines Körpers wahr und respektiere diese.

Mehr über die gesundheitlichen Aspekte des Waldes und des Waldbadens sowie Anwendungstipps erfährst du in meinem Online-Selbstlernkurs „Wald & Waldbaden als Gesundheitsbooster“. Lerne in deinem Tempo, wie Wald-Achtsamkeitsübungen den gesundheitlichen Effekt intensivieren und bekomme viele Übungen an die Hand.

Als Leser vom Blog „Wir lieben wandern“ erhältst du als Geschenk einen 10 Euro Gutschein auf den Kurs. Hier der Gutscheincode: WirliebenWandern-10Euro

Achtsamkeitswanderung - Wandern mit Waldbaden kombinieren

Weitere Infos findest du hier:

https://achtsamewalderlebnisse.de/weiterbildung-onlinekurs-wald-und-waldbaden-als-gesundheitsbooster/

Du willst die Kombination Wandern und Waldbaden erst Mal ausprobieren? Dann hole dir meine kostenlose Waldbaden Anleitung mit 4 Wald-Achtsamkeitsübungen, die du wunderbar in deine nächste Wanderung einbauen kannst.

https://achtsamewalderlebnisse.de/waldbaden-anleitung/

Ich wünsche dir viele achtsame Walderlebnisse auf deinen Wanderungen.

Katharina

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